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Paleo 80 zu 20 Prinzip

Welcher Paleo-Typ bist du?

Für den heutigen Beitrag wurde ich durch eine Leseranfrage inspiriert. An dieser Stelle vielen Dank an Isabella! Sie wollte wissen:  Bedeutet Paleo „ganz oder gar nicht“ oder lässt Paleo Zwischenformen zu? Sicherlich hast du dich das auch schon einmal gefragt. Insbesondere wenn es darum geht, deiner lieben Oma zu erklären, dass du nun nicht mehr ihren geliebten Kuchen isst.

Durch meinen Blog tausche ich mich intensiver denn je mit vielen anderen Paleo-Anhängern aus. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass jeder seiner eigenen Form von Paleo nachgeht.

So haben fast alle Paleoaner ihre eigene Sichtweise auf die individuell „richtige“ Paleo-Ernährung.

Lass uns einen Blick auf die Varianten von Paleo werfen und sehen, welcher Paleo-Typ am besten zu dir passt.

Die Paleo-Formen lassen sich am besten in zwei Gruppen unterteilen:

  • Der strikte Paleoaner
  • Der moderate Paleoaner

Bei diesen beiden Gruppen gehe ich zum Vergleich von dem „klassischen“ Paleo-Anhänger und dessen Grundsätzen aus:

Erlaubt sind

Nicht erlaubt sind

  • Weidengefütterte Tiere             
  • Fisch und Meerestiere
  • Frische Früchte
  • Eier
  • Nüsse & Samen
  • Gesunde Öle

 

  • Zucker & künstlichen Süßungsmittel
  • Getreideprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Stärkehaltiges Gemüse
  • Milchprodukte
  • Fertiggerichte
  • Raffinierte Öle

 

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Die strikten Paleoaner

 

Der überkorrekte Paleoaner

Dir ist er vielleicht auch schon über den Weg gelaufen. Der 110%-Paleoaner, der noch sein Fleisch selbst erlegt, Beeren sammelt, über dem offenen Feuer kocht und Barfuß durch die Großstadt tingelt.

Wunderbar wer es in der industrialisierten Welt schafft, wie ein Altsteinzeitmensch zu leben. Doch dieser Paleo-Typ ist wohl für die meisten von uns nicht mit den Pflichten und Einschränkungen unserer modernen Gesellschaft zu vereinbaren und umzusetzen. Geschweige denn, dass wir es wollen.

Oder würdest du aufs Internet verzichten? – Ich auch nicht. Sonst könnte ich ja kein Kontakt mit dem Rest des Steinzeitstammes hier aufnehmen ;-) Na jedenfalls ist der überkorrekte Paleoaner wohl eine sehr selten vorkommende Spezies. Einige unter ihnen sind sogar noch strikter. Denn sie kochen nicht einmal ihr Essen, sondern verzehren Gemüse und sogar Fleisch roh. Damit möchte der überkorrekte und überstrenge Paleo-Typ die Menge und Qualität der Nährstoffe seiner Nahrung erhalten. Was vielleicht nicht einmal sehr weit hergeholt ist. Allerdings mögen auch schon unsere Steinzeitvorfahren mit Feuer gekocht  haben.

Der fastende Paleoaner

Zum ersten Mal bin ich auf diese Paleo-Form durch Arthur De Vany in seinem Buch Die Steinzeitdiät  gestoßen. Hierin beschreibt er, dass er regelmäßig sein Abendessen ausfallen lässt. Hinter dem intermittierenden Fasten steckt die Idee, dass unsere Steinzeitvorfahren keine konstante Versorgung mit Lebensmitteln hatten.

Denn wenn sie bei der Jagd nicht erfolgreich waren, mussten sie eben hungrig ins „Bett“ gehen und konnten nicht einfach den nächsten Supermarkt aufsuchen.

Es gibt allerdings auch unter den fastenden Paleoanern Unterschiede.

Manche belassen es nicht nur beim Ausfallen des Abendessens zweimal in der Woche, sondern fasten 24 Stunden mit der Überzeugung hierdurch Hormone freizusetzen, die ihnen u.a. beim Abnehmen helfen. Doch selbst wer seine sportliche Leistung verbessern will, fastet. Das Training mit nüchternen Magen soll die Leistung verbessern. Denn der Körper wird gezwungen, sich anzupassen, indem der Glykogenspeicher gesenkt wird und Glykogen effizienter genutzt wird. Weitere gesundheitliche Vorteile des Fastens sollen u.a. folgende sein:

  • Verbesserung der Gesundheit durch die Reduzierung von Schäden an den Zellen durch Ansammlung von oxidierten Proteinen (=oxidativer Stress).
  • Förderung der Fähigkeit von Gehirnzellen sich selbst zu reparieren und schädliche Abfallstoffe zu beseitigen.
  • Verbesserung bei Störungen des Biorhythmus.

Der autoimmunerkrankte Paleoaner

Paleo-Anhänger, die unter einer Autoimmunerkrankung leiden, müssen bei ihrer Paleo-Ernährung noch strikter sein als der durchschnittliche Paleoaner. So werden neben den Milch- und Getreideprodukten zumindest vorübergehend auch Eier, Nüsse und Nachtschattengewächse wie beispielsweise Tomate und Paprika von der Lebensmittelliste gestrichen. Dies mag für die Betroffenen vermutlich nicht leicht sein, aber die positive Auswirkung diese Nahrungsmittel wegzulassen, ist es wert.

Der anti-kohlenhydrat Paleoaner

Besonders bei den unter Übergewicht leidenden Personen, die ihre Ernährung auf Paleo umstellen, ist dieser Paleo-Ansatz sehr beliebt. Aber es gibt auch „Langzeit-Paleoaner“, die sich an diesen Ansatz halten. Es bei der kohlenhydratarmen Paleo-Form hauptsächlich Fleisch, gesunde Fette und nicht-stärkehaltige Gemüse auf den Tisch. Süßkartoffeln, Wurzeln und Knollen sind damit tabu. Genau wie Obst und große Mengen von Nüssen und Avocados.

 

Die moderaten Paleoaner

 

Der intensiv sporttreibende Paleoaner

Ich bin ursprünglich über CrossFit auf Paleo gestoßen. Viele CrossFitter aus meinem Bekanntenkreis essen auch Paleo-konform. Allerdings benötigt dein Körper für ein hochintensives Intervalltraining, das du dann auch noch mehrmals in der Woche betreibst, eine an diese Belastung angepasste Ernährung. Für die Belastung, den Muskelaufbau und die Regeneration benötigst du vor allem eine protein- und kohlenhydratreichere Ernährung. Insbesondere CrossFitter, die an Wettkämpfen teilnehmen und hierfür trainieren, essen demnach auch weißen Reis oder Kartoffeln.

Der Laktose-tolerante Paleoaner (Primal)

Der „klassische“ Paleoaner geht davon aus, dass unsere altsteinzeitlichen Vorfahren keine Milchprodukte konsumiert haben und hält den Konsum von Milch insbesondere aufgrund der Menge an Zucker (Laktose), aber auch Hormonen und Antibiotika für problematisch. Doch nicht alle Menschen sind laktoseintolerant und wollen daher auch nicht auf Milchprodukte verzichten. Rohmilch, Käse und vor allem selbstgemachter Kefir und Joghurt kommen somit bei den Primal-Anhängern auf den Tisch. Dabei wird darauf geachtet, dass die Milchprodukte vollfett sind und von grasgefütterten Kühen kommen.

Der Hülsenfrucht-essende Paleoaner

Genau wie bei den Anhängern von Primal, die mit der Verträglichkeit von Laktose keine Probleme haben, gibt es auch Paleoaner, die mit der Verdauung von Hülsenfrüchten keine Schwierigkeiten haben. Zudem essen sie viel zu gerne Bohnen & Co. um sich durch die darin enthaltenen Antinährstoffe abschrecken zu lassen. Unter den „verbotenen Lebensmitteln“ bei Paleo werden Hülsenfrüchte oft auch als das „kleinste Übel“ bezeichnet, besonders wenn man diese vorher einweicht.

Der Pareto-Paleoaner oder Wochentags-Paleoaner

Ich würde mal vermuten, dass der Großteil der Paleo-Anhänger wahrscheinlich unter diese Kategorie fällt. Alleine schon deswegen, weil die meisten Paleo-Anhänger zwischen 25 und 35 sind. Also getreu dem Paretoprinzip zu ungefähr 80 % Paleo isst und die restlichen 20 % auch schon mal ein Eis oder ein Gläschen Wein genießt.

FAZIT: Welcher ist nun die „richtige Paleoform“? Das weißt nur du, denn nur du kennst dich und deinen Körper und deinen Alltag. Versuche dich aber herauszufordern und probiere strikte Varianten aus. Wer keine 100% Paleo befolgt kann auch keine 100% gesundheitliche Vorteile erwarten. Wäge ab, was es dir wert ist.

In dem jedem Fall: STAY WITH REAL FOOD!

So, dich interessiert, zu welcher Paleo-Form ich mich bekennen würde?

Ich würde mich eher zum „klassisch strikten“ Paleoaner zählen mit einem Hauch von Pareto. Da auch ich einmal im Monat zum Käse greife.

Und was ist mit dir? Schreib mir doch in die Kommentare.

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8 Responses to Welcher Paleo-Typ bist du?

  1. Jara 10. Oktober 2014 at 10:32 #

    Ein sehr gut geschriebener Artikel, bei dem ich mir allerdings auch noch eine Beleuchtung der regionalen Unterschiede gewünscht hätte. Wenn ich meinem Umfeld meine Ernährung (moderat, weil Milchprodukte toleriert werden) erkläre, werde ich immer gefragt, warum dann Paprika und Co gegessen werden können, Kartoffeln aber nicht, denn beides gab es hier in (Nord)deutschland während der Steinzeit nicht. Meiner Meinung nach gibt es einmal den Ansatz aus ernährungswissenschaftlicher Sicht (sprich: welche Nährstoffe sind wo drin und wie gut tun diese einem) und einmal den aus archäologischer Sicht (sprich: welche Lebensmittel sind für welche Region für welche Zeit gesichert). Grade letztere Kategorie finde ich interessant, allerdings ist mir auch bewusst, dass man sich zum einen dadurch sehr stark einschränkt, zum anderen weiß ich als jemand, der grob in der wissenschaftlichen Ecke beheimatet ist, dass Belegbarkeit von Nahrungsgewohnheiten sich durchaus schwierig gestalten kann. Trotzdem ist der Punkt doch eigentlich “wahrer” als der Punkt mit den Nährstoffen, denn man hat sich doch evolutionär nach dem gerichtet, was einen geprägt hat, was sich z.B. darin zeigt, dass amerikanische Ureinwohner hochgradig laktose-intolerant waren, als sie den ersten Kontakt mit Europäern hatten.
    Es gibt einige Ideen bezüglich paleo, die ich noch probieren möchte, z.B. eine Zeit lang nur roh essen (ja, auch Fleisch, Rind mag ich roh nämlich schon fast lieber als gegart) oder, nachdem ich da mal ein wenig geforscht habe, nur das Essen, was während der Steinzeit in meiner Region verfügbar war (inklusive Gewürze, das wird eine sehr spannende Zeit, denke ich).

    Um mit meinem “Roman” mal zu einem Ende zu kommen: Im Endeffekt sollte man auf seinen Körper hören, denn dieser sagt einem schon für gewöhnlich, was er grade braucht. Ich für meinen Teil musste sogar feststellen, dass ein wenig Getreide in Maßen (so alle zwei Wochen mal ein kleines Stück Brot z.B.) meinem Körper eher gut tut als schadet. Ich habe also in dem guten Jahr, dass ich jetzt paleo lebe, meine sehr eigene Variante zusammengepuzzelt, viel ausprobiert, sehr viele Erfahrungen gesammelt und kann jedem nur ans Herz legen, dieses ebenfalls zu tun, denn jeder ist individuell, auch (und insbesondere!) was Ernährung und Stoffwechsel betrifft!

  2. Iris-Paleo 10. Oktober 2014 at 11:19 #

    Hallo Jara,

    vielen Dank für dein Feedback. Ich finde deine Unterscheidung zwischen ernährungswissenschaftlicher und archäologischer Sicht eine super Ergänzung zu meinem Artikel!

    Ich persönlich richte mich eher nach dem ernährungswissenschaftlichen Ansatz. Schließlich esse ich auch Gemüse, das unsere Steinzeitvorfahren nicht aßen. Mir geht es auch weniger darum, genau die Ernährung der Altsteinzeit nachzuahmen. Für mich ist vor allem wichtig natürliche, nährstoffreiche Lebensmittel einschließlich denen, die erst mit der Industrialisierung kultiviert wurden, zu essen. Daber ist es allerdings ein Muss auf dessen Herkunft, Qualität und Verarbeitung zu achten.

    Ich finde deine Herangehensweise, die für dich richtige Form von Paleo zu finden, super. Man muss eben offen zum Ausprobieren und Experimentieren sein. Schließlich sollst du mit (deinem) Paleo eine Ernährung finden, die am besten zu dir und deinem Körper passt, damit du auch langfristig deine Ernährung danach umstellst.

    Ich würde es übrigens sehr spannend finden, wenn du mir von deinen Erfahrungen berichtest, nachdem du eine Zeitlang nur roh gegessen hast. Und vor allem bin ich an deinem “Experiment” interessiert, nur das zu essen, was in deiner Region zur Steinzeit verfügbar war.

    Halt’ mich da bitte auf dem Laufenden! :-)

    Liebe Grüße
    Iris

    • Jara 10. Oktober 2014 at 12:43 #

      Hallo Iris,

      da ich meine “Experimente” in Form eines Blogs dokumentieren möchte, schick ich dir einfach den Link, wenn es so weit ist. Das “Rohkost-Experiment” werde ich wohl eher in den wärmeren Monaten testen, weil mein Körper einfach was Warmes braucht um nicht zu frieren (jetzt beginnt die Zeit, wo ich fast nur noch Tee und kaum noch Wasser trinke, weil mir das zu kalt ist und im Winter ist es dann wiederl so weit, dass ich fast nur warm esse), das “Regional-Experiment” bedarf noch einiger Forschungsarbeit und sollte auch nicht zu dicht an der Weihnachtszeit liegen, weil man da bekanntermaßen ja an jeder Ecke eingeladen wird. Und wenn man dann nicht mal die gut gemeinten Clementinen essen kann, ist das doof.

      Liebe Grüße
      Jara

      • Iris-Paleo 10. Oktober 2014 at 23:47 #

        Dann muss ich mich wohl noch etwas gedulden. Aber das ist es mit Sicherheit wert.

  3. Alex 11. Oktober 2014 at 8:50 #

    Hallo Iris,

    wenn ich mich kategorisieren müsste, wäre ich wohl der intensiv-sporttreibende Autoimmun-Paleo Typ ;).

    Sprich, ich verzichte zusätzlich auf Tomaten, aber nicht (mehr) auf Eier oder Nüsse. Zusätzlich gibt es noch weissen Reis und Kartoffeln (ohne Schale), da ich im Rahmen der strikten Paloernährung in Kombination mit Ausdauer- und Bergsport heftig abgenommen habe. Und 78kg sind bei über 1,90 nicht erstrebenswert. Ich glaube, ich gucke mir mal CrossFit als Ergänzung an, damit mein Bohnenstangen-Skelett neben drahtigen Sehnen auch ein paar Muskeln bekommt ;).

    Genau genommen habe ich die Ernährungsstile Paleo, Wahls und Bulletproof ein wenig gemixt und die für mich am besten funktionierenden Inhalte rausgezogen. War ein langwieriger Selbsttest dafür nötig, aber es scheint zu funktionieren…

  4. Julia 24. Februar 2015 at 16:24 #

    Hallo Iris,

    ich reagiere empfindlich auf Gluten und habe deshalb Anfang des Jahres angefangen mich glutenfrei zu ernähren. Darüber bin ich auf Paleo gekommen. Mittlerweile esse ich vegetarisch (seit 20 Jahren) und nach Paleo mit den Ausnahmen Hirse, Quinoa und Kichererbsen als Eiweißquellen. Hin und wieder gibt es ein Stück Schokolade, aber keine Cheatdays. Ich habe mich noch nie so gut gefühlt und hoffe, dass meine Fitness sich auch so langsam steigert.

    LG Julia

  5. Kristin 11. November 2015 at 12:15 #

    Hallo Iris,

    ich teste gerade auf Grund eines Freundes die Paleo Ernährung und muss sagen, für mich ist es im Büro-Alltag einfach als Auszubildende zu schwer umsetzbar völlig strikt Paleo zu leben.

    Zudem bin ich laktosetolerant und arbeite in einer Disco :D

    Ich würde mich also als Primal-Pareto-Paleoaner bezeichnen.
    Denn Käse, Joghurt und ab und zu mit meinen Mädels ein Glas Hugo, gehört einfach für mich dazu.

    Gesundheit geht vor absolut.
    Aber ich lebe nur einmal, und auf alles was ich gerne esse und trinke will ich nicht mein Leben lang verzichten !

    Für mich gehören gewisse Dinge einfach zum Leben dazu. Das passende individuelle Gleichgewicht muss für mich stimmen :)

    Ab und zu muss man sich auch mal was gönnen was nicht so gesund ist..
    Um dem Magen und dem Körper zu zeigen, was man ihm sonst so gutes tut !

    Liebe Grüße
    Kristin

    • Leon Benedens 23. Dezember 2015 at 13:04 #

      Liebe Kristin,

      mit dieser Philosophie fährst du genau richtig. Nur den Job in der Disko würde ich gegen einen Tagesjob eintauschen, damit auf Dauer dein Biorhythmus nicht durcheinander kommt.
      Hier gibt es ein paar Tipps für besseren Schlaf.

      Grüße

      Leon

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